Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Heizungstausch in Berlin: Pflicht, Kosten und Vergleich

Für einen Heizungstausch gibt es viele gute Gründe. In einigen Fällen gilt auch eine Pflicht. Den wenigen Nachteilen stehen aktuell besonders hohe Fördermittel gegenüber, vor allem in Berlin – und eine große Auswahl bei der Technik. Das zeigt der Vergleich mit Kosten für den Heizungstausch.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Heizungstausch nach 15 bis 20 Jahren prüfen
  • Pflicht zum Heizungstausch nach 30 Jahren – mit einigen Ausnahmen
  • Heizungstausch bringt weniger laufende Kosten, weniger CO2 und mehr Komfort
  • Kosten für Heizungstausch: ab 3.000 Euro, meist mindestens 6.000 Euro
  • Heizungstausch 2021 in Berlin: hoher regionaler, zusätzlicher Zuschuss

Was ist ein Heizungstausch?

Beim Heizungstausch geht es in der Regel darum, die Heizzentrale auszutauschen: zum Beispiel einen alten Ölkessel gegen eine neue Wärmepumpe. Andere Bestandteile der Heizanlage wie Heizkörper oder Heizungsrohre können in der Regel weiter genutzt werden. Ziel ist es meist, für niedrigere laufende Kosten und weniger CO2 zu sorgen. Der Heizungstausch spielt sich üblicherweise nur im Keller ab und ist das ganze Jahr über möglich. Ein großer Teil der Kosten lässt sich über Fördermittel abdecken. Empfehlenswert ist frühzeitiges Planen mit einem/einer unabhängigen Energieberater*in.

Gibt es eine Pflicht für den Heizungstausch?

Für den Heizungstausch gilt eine Pflicht – allerdings mit einigen Ausnahmen. Ausgenommen sind zum Beispiel bestimmte Heizkessel und Eigentümer*innen, die ihr Gebäude schon lange selbst bewohnen. Grundlage dafür ist die Energieeinsparverordnung von 2014 (EnEV 2014) sowie das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Diese gelten nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland.

Ist ein Heizungstausch nach 30 Jahren vorgeschrieben?

Bei Gas- und Ölheizkesseln steht laut EnEV beziehungsweise GEG ab einem Alter von 30 Jahren eigentlich ein Heizungstausch an. Die Ausnahmen schließen jedoch so gut wie alle in Berlin und bundesweit vorhandenen Heizungen ein. Denn die Pflicht für den Heizungstausch gilt nicht für Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Auch bei Eigentümer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern, die sie bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben, ist ein Heizungstausch nach 30 Jahren nicht vorgeschrieben.

Gründe für den Heizungstausch

Es gibt viele Gründe, die auch ohne Pflicht für einen Heizungstausch sprechen. Zum Beispiel:

  • steigendes Risiko eines spontanen Ausfalls ab einem Alter von mehr als 15 Jahren
  • unnötig hohe laufende Kosten durch Preissteigerung und CO2-Preis ab 2021
  • keine oder wesentlich geringere Fördermittel, falls Pflicht zum Heizungstausch eintritt (ab einem Alter von 30 Jahren oder nach einem Hauskauf)

Wann lohnt sich ein Heizungstausch?

Das kommt auf den Einzelfall an. Pauschale Aussagen zum Heizungstausch sind mit Vorsicht zu genießen. Aber es gibt eine Faustregel und einige Erfahrungswerte. Demnach sind Heizungen in der Regel nach 15 bis 20 Jahren veraltet. Moderne Technik sorgt für einen geringeren Energieverbrauch und niedrigere CO2-Emissionen – vor allem wenn bei Öl oder Gas noch keine Brennwerttechnik genutzt wird.

Wie schnell sich der Heizungstausch wirtschaftlich lohnt, hängt vor allem von der Entwicklung der Energiepreise ab. Besonders bei Heizöl gibt es starke Schwankungen, die die Prognosen erschweren. In Berlin fallen diese Schwankungen häufig noch etwas stärker aus als bundesweit. Klar ist, dass ab dem Jahr 2021 zusätzliche Kosten für fossile Energieträger anfallen: mit dem CO2-Preis auf Erdgas und Heizöl. Ein weiterer wichtiger Faktor: Fördermittel für den Heizungstausch – in der Hauptstadt aktuell besonders lukrativ.

Je älter die Heizung, desto früher planen

Ist die Heizung schon älter als 15 Jahre, lohnt sich das frühzeitige Planen eines Heizungstauschs. Denn je älter die Heizung, desto größer ist auch das Risiko für einen spontanen Ausfall. Passiert das während der Heizsaison, wird häufig die einfachste Lösung gewählt – und nicht unbedingt die wirtschaftlichste oder klimafreundlichste. Dazu kommt, dass freie Termine bei Fachleuten in Berlin oft besonders rar sind.

Heizungstausch 2021: Warum es sich jetzt besonders lohnt

Wer einen Heizungstausch für 2021 plant (oder zumindest mit dem Planen beginnt), hat einige zusätzliche Vorteile:

Zusätzlich zu den Fördermitteln des Bundes können oft auch noch regionale Fördermittel genutzt werden. So gibt es zum Beispiel in Berlin im Jahr 2021 Zuschüsse für Heizungstausch und Planung („Sanierungsfahrplan“): bis zu 5.250 Euro.

Welche Vorteile und Nachteile gibt es beim Heizungstausch?

Für einen Heizungstausch sprechen viele Vorteile. Aber es gibt auch ein paar Nachteile.

Bei den Vorteilen geht es vor allem ums Geld:

  • Eine effizientere Heizung sorgt für geringere laufende Kosten. Für den Energieträger ist also monatlich oder jährlich weniger zu zahlen. Dementsprechend unabhängiger sind Sie von Preisschwankungen, die vor allem bei Heizöl (in Berlin noch etwas stärker als im Bundesschnitt) und bei Erdgas auftreten.
  • Dazu kommt, dass es für einen Heizungstausch aktuell hohe Zuschüsse gibt – auch dank zusätzlicher regionaler Fördermittel wie in der Bundeshauptstadt.

Weitere Vorteile sind

  • mehr Sicherheit vor einem plötzlichen Ausfall der alten Heizung,
  • mehr Komfort durch moderne Technik wie zum Beispiel eine smarte Heizungssteuerung und
  • niedrigere CO2-Emissionen.

Je nach Gebäude sowie vorhandener Technik und Heizanlage kann ein Tausch auch

  • zu mehr Platz im Heizungskeller führen (vor allem durch das Entfernen von Öltanks) und
  • neue Kombinationen ermöglichen (wie Photovoltaik für Warmwasser und Elektroauto).

Bei den Nachteilen geht es in erster Linie auch ums Geld. Denn ein Heizungstausch kostet zunächst einmal viel. Mit einer einmaligen Investition von mindestens 3.000 bis 6.000 Euro müssen Sie rechnen. Allerdings lassen sich bis zu 45 Prozent über Zuschüsse abdecken – und die Investition rechnet sich über die Jahre durch niedrigere laufende Kosten. Weitere Nachteile sind die nötigen, aber meist überschaubaren Bauarbeiten im Heizungskeller und/oder Haus – und der Aufwand für Recherche, Planung und Umsetzung. Wesentlich einfacher wird das mit Hilfe einer Energieberatung, die ebenfalls gefördert wird.

Heizungstausch: Vorteile und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile

niedrigere monatliche/jährliche Heizkosten

einmalige Investition ab ca. 3.000 Euro nötig (oder Contracting)

mehr Sicherheit gegen Ausfall

Aufwand für Recherche, Planung und Umsetzung

weniger CO2-Emissionen

Bauarbeiten im Heizungskeller/Haus

aktuell hohe Fördermittel 

mehr Komfort durch smarte Technik

unabhängiger von Preisschwankungen

ggf. Kombination mit Photovoltaik möglich

ggf. mehr Platz im Keller (vor allem ohne Öltanks)

Wie hoch sind die Kosten für einen Heizungstausch?

Die Kosten für einen Heizungstausch können sehr unterschiedlich ausfallen – abhängig vor allem vom gewählten Heizsystem. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus oder eine durchschnittliche Eigentumswohnung ist mit mindestens 3.000 bis 3.500 Euro zu rechnen. Meist sind es eher 6.000 Euro bis 10.000 Euro. Denn so viel kosten die aktuell häufigsten Lösungen: Gasbrennwertheizungen und Wärmepumpen.

In allen Fällen ist davon noch der staatliche Zuschuss abzuziehen: bis zu 45 Prozent – plus regionale Zuschüsse wie in Berlin. Die Kosten lassen sich also durch Fördermittel mehr als halbieren.

Heizungstausch: Kosten im Schnitt ohne Fördermittel (Einfamilienhaus/Wohnung)

Fernwärme**3.000 bis 8.000 €
Gasetagenheizung (Wohnung)3.500 bis 5.000 €
Gasheizung (Brennwert)*7.000 bis 10.000 €
Ölheizung (Brennwert)*6.000 bis 18.000 €
Wärmepumpe12.000 bis 24.000 €
Pelletheizung8.000 bis 18.000 €
Brennstoffzellen-Heizung31.000 €
* plus Solarthermie für Warmwasserca. 5.000 €
* plus Solarthermie für Warmwasser und Heizung8.000 bis 10.000 €

** ungefähre Kosten für eine Übergabestation; oft auch mit entsprechend höherem Grundpreis abzahlbar

Welche Lösungen gibt es für einen Heizungstausch?

Für einen Heizungstausch gibt es sehr viele verschiedene Lösungen. Die Auswahl an Systemen und Technik ist groß, wie die Übersicht der Kosten zeigt. Neben einfachen Lösungen wie einer Wärmepumpe gibt es auch noch Kombinationen: mit zwei oder sogar drei Wärmeerzeugern. Eine solche Hybridheizung kann zum Beispiel aus einer Wärmepumpe und einer Solarthermie-Anlage bestehen.

Welche Lösung am sinnvollsten ist, hängt vor allem von zwei Dingen ab:

  • dem energetischen Zustand des Gebäudes und
  • dem Energiebedarf der Bewohner*innen.

Wärmepumpen zum Beispiel sind meist nur bei gut gedämmten Gebäuden sinnvoll. Brennstoffzellen-Heizungen rechnen sich oft nur bei einem hohen Stromverbrauch. Und für Pelletheizungen ist ein Lagerraum notwendig.

Heizungstausch: Lösungen im Überblick

LösungBesonderheiten (Auswahl)Fördermittel aus HeiztauschPLUS
Fernwärme
  • geringste Investition
  • höchste laufende Kosten
  • nicht überall verfügbar
ja
Gasheizung
  • kombinierbar mit Solarthermie
  • Gasanschluss oder -tank nötig
ja
Ölheizung
  • kombinierbar mit Solarthermie
  • höchste CO2-Emissionen
  • großer Platzbedarf
nein
Wärmepumpe
  • nur für sanierte/neue Gebäude
  • kombinierbar mit Solarthermie
  • mit Ökostrom nutzbar
ja
Holzpellet-Heizung/ Holzhackschnitzel-Heizung
  • Investition und Platzbedarf groß
  • niedrigste CO2-Emissionen
  • niedrigste laufende Kosten
ja
Brennstoffzellen-Heizung
  • größte Investition
  • Gasanschluss oder -tank nötig
ja

Um eine geeignete Lösung für den Heizungstausch zu finden, sollten Sie eine Energieberatung nutzen. Wir erklären Ihnen, wie Sie in Berlin am besten vorgehen – Schritt für Schritt.

Zu den 6 Schritten für eine neue Heizung

Eine Kampagne von:
Der Praxistest wird unterstützt von: